1990 haben wir diese herrliche Insel zum letzen Mal besucht. Damals auch zusammen mit meinem Schwager und meiner Schwägerin. Bei uns war damals nur Oliver als kleiner Steppke dabei. Wir hatten noch unseren
Dethleffs A 460 und mein Schwager ging mit seinem selbstausgebauten, blauen Fliwatüt , auf TOYOTA Basis , auf die Reise. Wir waren 4 wunderbare Wochen im September auf der Insel unterwegs. Nun, 18 Jahre später wollten wir die Reise von damals wiederholen. Unsere Familien sind natürlich in der Zwischenzeit gewachsen und wir sind alle etwas älter geworden.

Karte

Mein Schwager war auch nicht mehr mit dem WoMo unterwegs, sondern hatte ein Ferienhäuschen auf einem Campingplatz gemietet, von wo er Exkursionen über die Insel starten wollte.
Bei uns ging es natürlich mit dem WoMo auf die Reise. Nicht mehr mit dem kleinen handlichen A460 von damals, sondern mit unserem neuen SEA Gigant. Auch Oliver war nicht mehr mit von der Party, er zog es vor, mit seinen Freunden nach Wacken, zum Heavy Metal Rock Festival zu fahren.
Jedem das Seine.
Die Fähre war schon im Januar gebucht und am 23.06.08 sollte es von Livorno aus losgehen.
Wir hatten uns wieder Moby - Lines ausgesucht und dort den Tarif
“Moby Pax Camper “ gewählt .


 

Freitag, 20.06.08 Heute konnte es endlich los gehen. Unser WoMo stand schon reisefertig im Hof.
Ottmar war mit seinen Mannen auch schon aufgebrochen und wollte die Strecke Westerwald bis Italien in einem Stück mit dem PKW durchfahren und Samstags schon in Genua übersetzen.
Das Ganze ist uns zu stressig und wir hatte unsere Fähre für Montag morgen gebucht. So war die Anfahrt bis Livorno für uns auch schon Urlaub. Auch hatten wir als Alpenübergang den St.Bernadino gewählt , weil diese Strecke wesentlich ruhiger und schöner zu befahren ist als der Gotthard Tunnel.
Wir schaffen an diesem Freitag noch die Strecke bis Rothenburg/Tauber. Dort stellen wir fest, dass der Parkschein Automat defekt ist und haben so mit Erlaubnis der Polizei 10,-€ gespart.

Anfahrt001

 

Stellplatz in Rothenburg/Tauber
Ruhiger Stellplatz am Rande der Altstadt.
Ver/Entsorgung Gebühr : 10,-€ , für den Platz etwas zu hoch gegriffen. Lohnt nur, wenn man auch die Stadt besichtigen will.
Der Platz ist oft sehr voll.

N 49°22´14” E 10°22´58

 

Samstag, 21.06.08 Die Nacht war nicht so ruhig. Betrunkene russische Jugendlich randalierten auf dem Platz.
Sie benahmen sich wie die Schweine, piselten gegen abgestellte Wohnmobile und schlugen sich gegenseitig die Nasen blutig. Der Spuk hatte erst ein Ende, als die Polizei auftauchte und die Radaubrüder des Platzes verwies.
Unser Frühstück besorgten wir uns im nahen Einkaufszentrum, Bäckerei , LIDL usw. Gut gestärkt geht es dann weiter nach Treuchtlingen. Wir wollen noch unsere Freunde, die Paschkewitz , mit denen wir die letzten Jahre gemeinsam in Urlaub gefahren sind, besuchen. Leider können wir dieses Jahr nicht gemeinsam fahren, da die Ferien in Rhl.Pfalz und Bayern weit auseinander liegen.
Außerdem versorge ich mich in Treuchtlingen noch mit einem Kasten leckeren Gerstensafts , den es nur dort zu kaufen gibt. Bald müssen wir uns aber wieder von unseren Freunden verabschieden, denn wir wollen es an diesem Tag noch bis zum Bernadino schaffen und dort auf dem Parkplatz am Tunnelausgang übernachten.

Gegen 22 Uhr erreichen wir den Parkplatz am Bernadino. Etliche Wohnmobile stehen schon dort. Wir stellen uns dazu und hoffen, dass diese Nacht ruhiger wird als die letzte.

Der Parkplatz hinter dem Bernadino Tunnel.
Als Übernachtungsplatz durchaus zu gebrauchen.
Nachts kaum Verkehrslärm.

GPS : N 46°27´48” E 9°11´16

Anfahrt002

Sonntag, 23.06.08 Die Nacht war bis auf wenig Verkehrslärm sehr ruhig. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Livorno. Das Wetter ist super und auf den Strassen herrscht wenig Verkehr. Zumindest auf den Strassen in der Schweiz. Ab Como treffen wir dann wieder auf den etwas agilen Fahrstiel der Italiener.
Wenn man sich diesem Fahrstiel etwas anpasst, kommt man aber gut damit zurecht.
AAlpenm frühen Nachmittag treffen wir in Livorno am Hafen ein. Da wir keine große Lust haben, den Nachmittag im Hafen zu verbringen, wollen wir noch zum Strand fahren um die Füße schon mal ins Wasser zu halten.
Leider haben wir die Rechnung ohne die Italiener gemacht. Die kommen größtenteils schon wieder vom Strand zurü ck. Auf der Gegenfahrbahn hat sich ein langer Stau gebildet. In unsere Richtung geht es noch voran, aber nur bis zum nächsten Kreisverkehr. Typisch italienisch fährt jeder Italiener in den Kreisverkehr ein. So ist dann auch kurze Zeit später der komplette Kreisverkehr verstopft und nichts geht mehr, außer der Hupe. Das hilft aber auch nicht. Nach einer Stunde auf der Stelle stehen, fä hrt vor mir ein PKW aus einer Parklücke am Fahrbahnrand. Ich zwänge mich in die entstandene Lücke und wir beschließen hier abzuwarten, bis sich die Lage etwas beruhigt hat. Nach einiger Zeit taucht die Polizei auf und weist einige hartnäckige Kreisverkehr Steher auf ihren Rückwärtsgang hin, wenig spä ter ist der Kreisel wieder frei und es kann weiter gehen. So ein Rückwärtsgang und etwas guter Wille sind doch oft hilfreicher als die Hupe.
Nach dieser Zwangspause lohnt es sich nicht mehr fü r uns zum Strand zu fahren. Also machen wir uns wieder auf den Weg zum Hafen. Bekannte hatten uns gesagt, dass man ab 20 Uhr in den Hafen einfahren und dort auf dem Parkplatz auch übernachten kann.
Im Hafen angekommen, schickt uns das Navi erst mal an den falschen Kai. Nach Rücksprache mit einer freundlichen Dame an der Rezeption einer Fährgesellschaft hatten wir nun die Wegbeschreibung zum richtigen Kai. Dort angekommen konnten wir aber auch noch nicht auf den Parkplatz bei der Fähre einfahren. Wir mussten erst die Abfahrt und Ankunft anderer Fähren abwarten. Ab 24 Uhr wä re dann eine Einfahrt und Übernachtung im abgesperrten Bereich möglich.
Also wieder wenden, ein paar hundert Meter zurück am Strassenrand, zwischen wartenden LKW´s parken.
Zufä lligerweise lief ein Fußballspiel der Europameisterschaft im Fernsehen. Also Schüssel raus und die paar Stunden bis 24 Uhr, die Zeit mit Fußball schauen verbringen.
Gegen 23.30 Uhr fahren wir wieder zum Parkplatz und konnten sofort, nach Kontrolle der Tickets einfahren.
Einige andere WoMo´s standen auch schon vor uns in der Reihe.

Fähre001 Fähre002

Es ist noch sehr warm hier im Hafen. Neben uns parken drei russische PKW mit entsprechend vielen Insassen. Die nutzen die Wartezeit mit dem dezimieren ihrer nicht unerheblichen Wodka Vorräte. Entsprechend ist der Geräuschpegel. Wir nutzen die Gelegenheit “unsere” Fähre aus der Nähe zu begutachten. Ist ja ein riesiger Kasten.
Schließlich hauen wir uns doch noch in die Federn um noch ein paar Stunden zu schlafen. Neben uns wird es auch bald ruhiger, der Wodka scheint zu wirken.

 

Montag, 24.06.08 Wir haben unseren Wecker auf 5 Uhr gestellt. Ab 6:30 Uhr soll das Verladen beginnen. Um 6 Uhr klopft es am WoMo und die Tickets werden überprüft. Jedes WoMo bekommt einen Aufkleber auf die Windschutzscheibe und dann geht es auch schon los. Die ersten Womo´s werden an der Rampe zur Fähre eingewiesen.
Kurze Zeit später sind wir auch an der Reihe. Die Auffahrt geht ohne Probleme und Aufsetzen des Hecküberstandes
vonstatten. Im Schiffsbauch herrscht noch gähnende Leere. Wir werden bis an die vorderste Luke durch gewunken.
Schnell haben wir die paar Sachen zusammengeräumt, die wir mit an Deck nehmen wollen und machen uns auf den Weg an Deck. Oben, an Deck ist noch wenig los. Wir suchen uns einen schönen Platz am Heck. Von oben können wir schön beobachten, wie eine endlose Schlange PKW´s im Bauch der Fähre verschwindet. Kurz vor acht, beginnen die Schiffsmotoren zu dröhnen. Kurze Zeit später legt das Schiff ab. Behäbig schiebt sie der Koloss durch das Hafenbecken, vorbei an vielen anderen, großen und kleinen Schiffen. Kaum haben wir den Hafen von Livorno verlassen, geht es mit Volldampf, Richtung Korsika.

Fähre004
Fähre003
Fähre005 Fähre006

Das Schiff zieht gemächlich über das Wasser, es gibt nicht viel aufregendes zu sehen. Also machen wir eine Exkursion durch das Schiff. Auch hier gibt es nichts Besonderes zu sehen und zu erleben. der Duty Free Shop hat geschlossen. Also wieder auf Deck und dösend den Rest der Zeit im Liegestuhl verbringen
Fähre007.Nach ein paar Stunden taucht aus dem Dunst Land auf. Das muss Korsika sein. Langsam kommen wir näher an die Insel heran. Bald kann man Einzelheiten erkennen. Nach fast einer weiteren Stunde Fahrt an der Küste entlang taucht dann eine Stadt auf, Bastia ! Bald haben wir es geschafft. Das Geräusch der Schiffsmotoren wird leiser und die Vibrationen verschwinden. Wie auf Federn gleitet das große Schiff in den Hafen von Bastia. Plötzlich Hektik, alle wollen gleichzeitig vom Schiff. Dadurch erst mal Stau auf allen Treppen und Niedergängen im Schiff.
Irgendwann haben wir das Parkdeck erreicht, wo wir unser WoMo abgestellt hatten. Doch, oh Gott, wo steht die Kiste nun. WoMo´s PKW´s und Busse sind so dicht zusammen gepfercht, dass es eine Weile dauert, bis wir die Orientierung wieder haben. Doch dann sitzen wir wieder in unserem WoMo und warten auf die Ausfahrt. Aber erst werden alle PKW´s ausgeladen, Busse und WoMo´s kommen erst zum Schluss. So dauert es fast noch einmal 30 Minuten, bis wir wieder Tageslicht sehen.
Am Hafenausgang fahren wir erst einmal auf einen Parkplatz um uns zu orientieren und das weitere Fortkommen zu planen.
Unser eigentliches Ziel lag in der Nähe von Ghisonaccia , der Campingplatz Arinella Bianca. Leider ist es in der Hochsaison kaum noch möglich frei zu stehen. Leidvolle Erfahrungen mussten unsere Freunde Rainer und Klaus machen , denen wurden nachts an der Travo Mündung die Windschutzscheiben eingeworfen. Wir haben uns daher entschlossen, als Basis einen Campingplatz zu nutzen und von dort Exkursionen über die Insel zu starten.
Nun war es an der Zeit, die restlichen Kilometer bis Ghisonaccia unter die Räder zu nehmen, wo auch mein Schwager mit seiner Familie schon wartete.

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( c ) 2008 by G.Bruckhoff

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