1977 , ich war bei der Bundeswehr. Hier traf ich nun erstmals auf einen “richtigen Computer”. Es war der Rechner des Waffensystems, mit dem ich mich nun die nächsten Jahre herumschlagen sollte. Na, ja, digital war zu diesem Zeitpunkt für mich und auch für diesen Rechner noch ein Fremdwort.
Es handelte sich schlicht und ergreifend um einen “Gleichspannungs - Analogrechner”. Sein Innenleben bestand zum großen Teil aus Elektronenröhren , Relays und anderen steinzeitlichen Bauteilen. Irgend etwas war an diesem Teil immer kaputt und wir freuten uns, wenn die “Fischkiste” einmal 30 Minuten am Stück lief.

Um unser Waffensystem digitaltauglich zu machen,sollte es aber noch bis 1981 dauern. Ich durfte in der Zwischenzeit schon auf Digitaltechnik umschulen und durchlief einen Lehrgang nach dem andern. Und hier war nun auch mal wieder Mathematik angesagt.
Die Computertechnik hatte einen großen Sprung nach vorne gemacht.Taschenrechner waren nun wirklich auch als Rechenhilfe zu gebrauchen und hatte einiges an verschiedenen Funktionen zu bieten.

Ich entschied mich für den TI 57 von Texas Instruments.

Dieser Rechner besaß so ziemlich alles, was ein Techniker Herz erfreute.
Außerdem konnte man ihn noch mit 100 Programmschritten programmieren, in einer Sprache, die an ein sehr einfaches BASIC erinnerte.

So konnte man doch schon recht komplexe Rechenvorgänge programmieren, die dann automatisch abliefen.
War schon eine feine Sache , der TI57.
Es gab ihn auch noch in den Versionen TI58 , mit auswechselbaren Programm Modulen und als TI59, wo man die Programme auf Magnetstreifen ablegen und einlesen konnte.

Zur Information, mein TI57 kostete damals ca. 190.- DM

1979, wir hatten fast ein Jahr Analog und Digitaltechnik bis zum Abwinken gepaukt ,ging es endlich um richtige Digital Computer.
Jeder bekam auch einen eigenen Computer zum experimentieren.
 

Der ganze Rechner war ein sogenannter Einplatinen - Computer, mit Hex Tastatur und 7-Segment anzeige.

Das gute Stück hatte einen Microprozessor(Z80), 4KB-SRAM,eine PIO und 2 EPROMs, sowie ein paar Logig Bausteine on Bord.
Alle Funktionen und Bausteine dieses kleinen Rechners wurden ausgiebig besprochen und so langsam wurde mir klar,was Digitaltechnik und Microprozessor alles bewirken konnten. Zudem machte die Arbeit mit diesem kleinen Ding süchtig. Und diese Sucht kommt auch heute noch bei mir hoch, wenn ich eine Tastatur sehe. 

Nach zwei Wochen war es dann so weit. Das Erste , selbstgeschriebene Programm lief. Nichts weltbewegendes, nur eine kleine Addition von zwei Zahlen. Aber um diese Progrämmchen zu schreiben, musste man die komplette Hardware des Rechners verstanden haben. Das Programm wurde in Z80 Assembler auf einem Blatt Papier entworfen, dann in Hex - Zahlen umgewandelt und diese dann über die Tastatur in den Speicher des Rechners eingegeben.Das Ergebnis erschien als Hex-Zahl im Display.

Zugegeben etwas mühsam , das Ganze. Aber so erlernte man die Assembler Programmiersprache am einfachsten und die Hardware musste man sowieso verstanden haben.

Zu dieser Zeit lernte ich auch den ersten, richtigen Computer kennen, der einem PC schon recht nahe kam. Der TRS-80 von Radio-Shack.

Der TRS-80 war schon ein richtiger Computer. Er bestand aus Console, Tastatur, Bildschirm und Cassetten-Recorder.
Man konnte ihn mit bis zu
16 KB -RAM bestücken. Das Beste war aber , dass man ihn in BASIC programmieren konnte. Leider lag sein Preis bei ca. 3000,- DM , etwas zu viel für meine damalige Hobbykasse.
Aber 1979 stand auch ein längerer Aufenthalt in den USA an, und dort wollte ich mir das Teil dann kaufen, zumal der Preis in den USA bei ca. 800,-$ lag.

Aus dem Kauf wurde jedoch nichts, weil das Modell für den amerikanischen Markt nur sehr schwer an deutsche Verhältnisse anzupassen war. Andere Netzspannung und Frequenz, sowie eine andere Fernsehnorm. Der Monitor war ja im Prinzip nur ein normaler S/W Fernseher. Also noch einmal 1 1/2 Jahre computerlose Zeit.

Aber dann , 1981 , nach unserer Rückkehr, gab es den 1. richtigen Computer. 

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(c) 2001 by Gottfried Bruckhoff

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